Schleichende Eskalation der Verfolgung
Mit »Später. Vielleicht.« legt der Bonner Schriftsteller Harald Gesterkamp einen Roman im Rhein-Mosel-Verlag vor, der ein historisches Thema hat, zugleich aber hochaktuell erscheint. Auf 288 Seiten beschreibt er die sich ständig steigernde politische Verfolgung im Nationalsozialismus seit 1933 und dass nach dem Krieg niemand etwas mit den Nazis und deren Verbrechen zu tun gehabt haben wollte. Die Handlung beginnt nicht in einer deutschen Metropole, sondern in einem Dorf im Rheinland.
Mehlem 1935, das Dorf ist gerade nach Bad Godesberg eingemeindet worden: Der Druck der Nazis auf den jüdischen Teil der Bevölkerung nimmt zu. Auch wenn es bis zur systematischen Vernichtung noch weit hin ist, stürmen SA-Leute die Metzgerei von Josef Levy und töten ihn. Die Mehlemer Juden sind geschockt, doch längst nicht alle erkennen die Gefahr, die auf sie zukommt. Zur gleichen Zeit müssen die Zentrumspolitiker Arthur Weber und Joseph Roth erkennen, dass die Nazis nicht mehr gestoppt werden können.
Harald Gesterkamp skizziert in »Später. Vielleicht.« anhand historischer und erfundener Figuren die Eskalation der politischen Verfolgung, die nicht nur in Berlin und anderen Großstädten, sondern auch in Kleinstädten und Dörfern im Rheinland stattgefunden hat. Verwoben wird die Geschichte von Josef Levy und dem Nazi-Gegner Arthur Weber mit der Breslauer Familie Maschke und der in den USA lebenden Familie Stern und führt bis in die heutige Zeit.
Harald Gesterkamp ist Autor und Sprecher der Regionalgruppe Bonn/NRW-Süd des Verbandes deutscher Schriftstellerinnen und Schriftsteller (VS). Seit 2016 hat er sechs Bücher veröffentlicht, darunter die Romane »Humboldtstraße Zwei« und »Nebenbei Terrorist« sowie zwei Bände mit Kurzprosa. 2025 war er Mitherausgeber der vielbeachteten Anthologie »Bonner Bogen – Literarisches von A (wie Beethoven) bis Z (wie Westerwelle)«.
Harald Gesterkamp »Später.Vielleicht.«
288 Seiten • Klappen-Broschur • ISBN 978-3-89801-495-3 • 15,90 EUR
