Gert Eisenbürger, Gaby Küppers
»MoselbrasilianerInnen«
Migration: Weggehen, Ankommen, Gestalten
Moselbrasilianer/innen – Auswanderung aus Pünderich, Briedel, Merl, Reil und Zell nach Brasilien
In einer Zeit, in der Migration weltweit ein Thema ist und vor allem als Problem wahrgenommen wird, berichtet das Buch darüber, dass Mitte des 19. Jahrhunders Hunderte von Familien aus Briedel, Pünderich, Merl, Reil, Zell und weiteren Gemeinden in unserer Region nach Brasilien geflohen sind, um der Armut an der Mosel zu entkommen.
Das Buch ist für alle, die wissen wollen, wie Moselaner und Moselanerinnen, die als Wirtschaftsflüchtlinge oft mittellos in den Süden Brasiliens kamen, dort herzlich aufgenommen und heimisch wurden. Und wie ihre Nachfahren und Nachfahrinnen ihren Beitrag zur Entwicklung der neuen Heimat leisteten und sogar Geschichte schrieben.
Im Buch werden insbesondere vorgestellt: Kardinal Paulo Evaristo Arns (Vorfahren aus Pünderich und Reil), der Befreiungstheologe, der sich mutig gegen die Militärdiktatur in Brasilien gestellt und die Menschenrechte verteidigt hat, seine Schwester, die Ärztin Zilda Arns, die das größte Kinderhilfswerk Lateinamerikas aufgebaut hat, Aloys Friederichs (Vorfahren aus Zell-Merl), der als »Turnvater« Südbrasiliens gilt und sich der Gleichschaltung der deutschen Turnvereine durch die Nazis widersetzt hat, João Edmundo Bohn (Vorfahren aus Zell), der die Fabrikation von Tasteninstrumenten (Harmonium und Orgel) in Brasilien etabliert hat, und Arno Preis (Vorfahren aus Briedel und Schweich), der im Widerstand gegen die brasilianische Militärdiktatur aktiv war, 1972 von den Militärs ermordet und nach der Wiederherstellung der Demokratie 1994 mit einem Staatsakt im brasilianischen Parlament gewürdigt wurde. Und andere mehr.
Gaby Küppers (Jg. 1957), Dr. phil., Hispanistin. Seit 1985 ist sie Redaktionsmitglied des in Bonn erscheinenden Lateinamerika-Magazins »ila«. Von 1992 bis 2020 war sie wissenschaftliche Mitarbeiterin der Fraktion der Grünen/EFA im Europäischen Parlament. Zu ihren Arbeitsschwerpunkten gehören die Beziehungen zwischen der EU und Lateinamerika, internationale Handelspolitik, die Unterstützung von Menschenrechtsgruppen in Lateinamerika, feministische Bewegungen in Lateinamerika sowie belletristische Literatur. Zahlreiche Aufenthalte in Lateinamerika, zuletzt im Januar/Februar 2025 in Brasilien.
Gert Eisenbürger (Jg. 1960) ist seit 1980 Redaktionsmitglied des Lateinamerika-Magazins »ila«. Als Jugendlicher war er in der katholischen Jugendarbeit aktiv und wurde in seinem Denken stark durch die lateinamerikanische »Theologie der Befreiung« geprägt. Neben dem nicaraguanischen Dichter und Pater Ernesto Cardenal waren dabei für ihn die Schriften und Texte der brasilianischen Bischöfe Hélder Câmara und Paulo Evaristo Arns besonders wichtig. Als er vor zehn Jahren nach Pünderich kam und erfuhr, dass die Familie Arns im 19. Jahrhundert von dort nach Brasilien ausgewandert war, begann er, sich für deren Auswanderungsgeschichte zu interessieren. In seiner journalistischen Arbeit hat er sich in den letzten Jahrzehnten hauptsächlich mit Menschenrechten, internationalen Beziehungen, der Rolle der Kirchen, den politischen und sozialen Bewegungen, Fußball, belletristischer Literatur sowie Fluchtbewegungen von Europa nach Lateinamerika und von Lateinamerika nach Europa beschäftigt. Zahlreiche Aufenthalte in Lateinamerika, zuletzt im Januar/Februar 2025 in Brasilien.
Gert Eisenbürger, Gaby Küppers • MoselbrasilianerInnen
262 Seiten • Klappen-Broschur • ISBN 978-3-89801-494-6 • 19,80 EUR
Foto Gaby Küppers und Gert Eisenbürger
