Michael Warnke:
»Wege in und aus der Katastrophe«
Ein Blick von außen auf die deutsche Geschichte –
zwischen dem Vorabend des Zweiten Weltkrieges und der Wiedervereinigung
Wie konnte es geschehen, dass ein Land, in dem 1938 selbst die Wehrmachtsführung vor einem neuen Krieg zurückschreckte, wenige Jahre später ganz unten lag – und wie fand es von dort den Weg zurück
in die Mitte Europas? Michael Warnke erzählt die deutsche Geschichte vom Münchner Abkommen bis zum 3. Oktober 1990 als eine zusammenhängende Bewegung: hinein in die Katastrophe, durch sie hindurch und wieder heraus.
Auf über 840 Seiten spannt der Autor den Bogen vom Kriegsbeginn über den Angriff auf die Sowjetunion und den Zusammenbruch bis zu Währungsreform, Marshallplan und dem doppelten Neuanfang in Ost und West. Die Jahrzehnte der Teilung – Adenauer-Ära, Mauerbau, Ostpolitik, KSZE und die Krisen der DDR – führen schließlich zu den revolutionären Ereignissen von 1989, den ersten freien Wahlen in der DDR und dem Pokerspiel der Zwei-plus-Vier-Verhandlungen. Warnke verbindet politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklungen zu einem großen Gesamtbild, verliert dabei aber nie die handelnden Menschen aus dem Blick. Sein Ton ist pointiert, oft ironisch und angenehm frei von akademischer Schwere.
Das Besondere ist die Perspektive: Warnke, 1952 in Hannover geboren, lebt seit 1984 in Brasilien und hat an der Universität São Paulo deutsche Sprache, Literatur und Zeitgeschichte gelehrt. Aus dieser Distanz betrachtet er sein Herkunftsland mit einem Blick, der Vertrautes fremd und Fremdes verständlich macht – ein Geschichtsbuch für alle, die wissen wollen, wie aus dem Deutschland von 1938 das wiedervereinte Deutschland von 1990 wurde.
Michael Warnke • Wege in und aus der Katastrophe.
896 Seiten • Hardcover • ISBN 978-3-89801-712-1 • EUR
Rhein-Mosel-Verlag, Bundesbahnhof 1, 56859 Bullay/Mosel, Tel. 06542-5151
